Bye bye Love!
Mein lieber Kühlschrank!
Obwohl unser Verhältnis eher unterkühlt war (so zwischen 6 und 8°C), habe ich dich innig geliebt. Ich habe viel zu viel Geld für dich gezahlt – damals schon, als du bei mir eingezogen bist. Aber ich wollte dich, nur dich allein. Ich habe mich verliebt in deine sanften Kurven, deine wohlproportionierte Figur, deine zarte Farbe. Ich mochte dein italienisches Gemüt, dein sanftes Schnurren. Du hast nicht nur meine Butter kühl und meinen Salat frisch gehalten – du hast auch unheimlich gut zu mir gepasst. Und zu meinen diversen Küchen in den letzten 10 Jahren. Zuerst die italienische Designerküche in dem großen Haus, in dem ich mich leider nie wohlgefühlt habe. Dann die schwedische Baukastenküche, deren Fronten ich extra für dich ausgewählt habe. Ihr ward ein schönes Paar. Die nächsten Umzüge habt ihr immer gemeinsam überstanden. Und dann die suburbische Chaos-Küche, die mir so viele Nerven gekostet hat. Auch hier haben wir dir ein extra Plätzchen geschaffen und du hast dich so hübsch gemacht in diesem Hierkommichgernnach-Haus.
Doch leider warst du eine Mimose. Man könnte auch sagen, du warst ein Fiat. Fehler in allen Teilen. Und von der Stromrechnung wollen wir lieber nicht reden. Jetzt konnte dir leider auch kein Mann in einer blauen Latzhose mehr helfen. Und ich war es leid, alle paar Tage die Küche wieder trocken zu legen. So gern hätte ich wieder einen von deiner Art gehabt. So einen extra-schönen. Aber der Mann denkt praktisch und vernünftig.
Mein lieber Kühlschrank, gehab' dich wohl! Das neue edelstählerne Monster, auf dem man jeden Fingerabdruck sieht, ist nicht mein Freund. Aber auch er hält seit heute die Butter kühl und den Salat frisch...

Edit: Vor dem „Neuen” komme ich mir vor wie ein Kind. Nachdem das Gefrierteil jetzt unten und deutlich größer als das beim alten ist, muss ich mich auf die Zehenspitzen stellen, um an das oberste Fach zu kommen. Pfffüh!

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